Apple Pay: Digitales Bezahlen per Fingerabdruck

Apple Pay: Digitales Bezahlen per Fingerabdruck

Das kontaktlose Bezahlen per Smartphone und Fingerabdruck stellt heute technisch gesehen kein Problem mehr dar. Mobile Endgeräte sind mit NFC-Chips (Near Field Communication) ausgestattet und können mit einer Kreditkarte verknüpft werden. Bis heute wird das Zahlungssystem Apple Pay jedoch hauptsächlich an Kassengeräten zum Bezahlen genutzt. Apple Pay ist bislang nur in den USA, Großbritannien, Kanada sowie in Australien, China und der Schweiz verfügbar. Eine Markteinführung in Deutschland ist jedoch bereits geplant. 

Das System funktioniert zuverlässig und ist sehr benutzerfreundlich. Kunden müssen keine App öffnen oder einen Code eintippen, die ganze Transaktion wird über NFC abgewickelt. Gut schlägt sich das Apple-System auch beim Datenschutz. Die Benutzer werden nicht vom Terminal sondern direkt auf dem mobilen Endgerät authentifiziert. Auf dem Smartphone oder Tablet selbst werden keine Daten gespeichert oder an den Händler übermittelt. Auch die Details der Transaktionen werden von Apple Pay nicht gespeichert. 

Auch Webseiten werden bald dazu in der Lage sein, ihren Kunden diese einfache und sichere Zahlungsweise anzubieten. Apple Pay eignet sich zum Verkauf physischer Güter wie zum Beispiel Kleidung, Lebensmitteln oder elektronischen Geräten ebenso wie für Dienstleistungen wie Hotelbuchungen, Ticketverkäufe oder In-App-Käufe von virtuellen Gütern und Premium-Inhalten. E-Commerce-Agenturen, Programmierer und Dienstleister arbeiten bereits an der Integration von Apple Pay in E-Commerce-Systeme wie Magento,Shopware und Hybris sowie in Content Management Systeme wie Wordpress und Typo3. 

Apple Pay steht nicht nur für den E-Commerce, sondern auch für den klassischen Einzelhandel zur Verfügung. Doch es ist kein Geheimnis, dass dort die Akzeptanz mobiler Zahlungsmethoden noch sehr gering ist. Das ist vor allem auf die Tatsache zurückzuführen, dass das Bezahlen mit der digitalen Brieftasche nicht wesentlich einfacher ist als mit der EC- oder Kreditkarte. Beim Online-Shopping ist das jedoch eine andere Geschichte. Hat der Online-Händler Apple Pay in sein Bezahlsystem integriert, dann wählen Benutzer diese Möglichkeit aus, legen einfach den Finger auf den Touch Sensor und bezahlen mit ihrem Fingerabdruck. Ohne die Notwendigkeit, Zahlungs- und Versanddetails manuell eingeben zu müssen, überzeugt diese bequeme Methode viele Käufer dazu, nicht zu einem anderen Kanal zu wechseln oder den Kauf aufzuschieben.

Gibt es für den Händler ein Risiko? Ja, denn die Conversion Rates werden perspektivisch zwar steigen, dafür aber auch die Anzahl der neu angelegten Benutzeraccounts abnehmen. Für den Verbraucher wird es einfacher werden, die Kasse zu benutzen ohne erst ein Konto beim Online-Händler zu erstellen. Damit wird natürlich auch die Möglichkeit reduziert, seinen Kunden individualisierte Angebote oder Newsletter zur Verfügung zu stellen. Der bequeme Kaufabschluss bleibt beim Kunden jedoch als positives Einkaufserlebnis im Gedächtnis und führt zu wiederholten Einkäufen im Shop.

Verbesserungen in der Bezahlung auf mobilen Endgeräten stehen seit langer Zeit ganz weit oben auf der Wunschliste der E-Commerce-Händler. In naher Zukunft werden wir wissen, ob dieser digitale Bezahldienst von Händlern und Verbrauchern angenommen wird.

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