Trends im B2B E-Commerce - Browserloser Einkauf

Während im Bereich des Konsumhandels die technologische Innovation den Händlern immer wieder neue Möglichkeiten eröffnet hat, hat sich das B2B-E-Commerce bislang primär auf die notwendigsten Funktionen fokussiert. Innovation und Fortschritt mussten daher oft hinten anstehen. Nun ist jedoch die Zeit gekommen, in der auch der Online-B2B-Handel gereift ist und sich weiter entwickelt. Mittlerweile lässt sich daher beobachten, wie das Business mehr und mehr von den herkömmlichen Online- und Offlinekanälen des E-Commerce weg bewegt. Ein Bereich, in dem wir einen drastischen Fortschritt bemerken können, ist der browserlose Handel - das Browserless Commerce. Bei diesem handelt es sich eigentlich um nichts anderes, als um das Entfernen des Browsers aus einer Reihe von alltäglichen Handels- und Einkaufssituationen. Im Folgenden zeigt die Shopware- und Magento-Agentur 7thSENSE Ihnen einige Szenarien, in denen das Browserless Commerce den Handel im B2B-Sektor revolutionieren könnte.

 

Künstliche Intelligenz, Machine Learning und Supply Chain

Künstliche Intelligenz (KI), ist bei der Modernisierung der E-Commerce-Branche nicht wegzudenken - die Einsatzgebiete sind zahlreich. Wann immer es um Konsumgüter geht, sehen wir proaktive Einkaufsszenarien, in denen die eingesetzte KI Nachschubprogramme basierend auf dem Einkaufsverhalten der Kunden und der verfügbaren Daten automatisiert. Ein weiteres Einsatzgebiet für die künstliche Intelligenz könnte außerdem der Bereich der dynamischen Preisgestaltung sein. Basierend auf exakten Daten zum Angebot und zur Nachfrage können hier individuelle Preise für die Kunden anhand der aktuellen Marktsituationen berechnet werden. Durch eine globale Automatisierung der Nachschub- und Versorgungskette wird außerdem die Effizienz sowohl für den Kunden als auch für das Unternehmen gesteigert. Eine Baufirma könnte unter diesem Gedanken zum Beispiel Fenster für ein Bürogebäude in Masse kaufen, um so von einem Mengenrabatt zu profitieren. Viel wichtiger ist aber, dass es dem Fensterlieferanten durch die Verfügbarkeit von Daten in Echtzeit nun möglich ist, nur die Fenster zu liefern, die auch wirklich in der aktuellen Bauphase benötigt werden. Darüber hinaus könnte der Lieferplan bei Verzögerungen oder bei einem schnelleren Fortschritt bei den Arbeiten entsprechend angepasst werden.

 

IoT & Auto-Replenishment

Immer mehr Geräte und Maschinen werden mit dem Internet verbunden. Es gibt inzwischen eine fast unendliche Zahl an Programmen, die sich von dem traditionellen Bestellvorgang bis hin zur Verwaltung, Wartung und Konstruktion üm alle Aspekte des betrieblichen Ablaufs sowie des E-Commerce kümmern. Unternehmen setzen zum Beispiel auf RFID-Tagging für ihre Produkte, um Daten über den Bestand zu erfassen, während das Chip Monitoring wichtige Informationen zur Ortung des Materials liefert, ohne dass dafür eine manuelle Kontrolle notwendig wäre. In der Praxis erfolgt das Auto-Replenishment, also die automatische Auffüllung des Bestandes in den Fabriken oder dem Lager, indem ein entsprechendes System die Produktion oder die Einlagerung selbständig und automatisch überwacht. Derartige Systeme lassen sich entweder direkt per Schnittstelle mit einer SAP-Warenwirtschaft verbinden, oder aber mittels eines E-Commerce-Systems wie Hybris, OroCommerce oder Magento als Zwischenstation verarbeiten.

 

Sprache als neues Benutzerinterface

Sprachgesteuerte Geräte, wie Amazon Echo oder Google Home, werden auch im B2B-Bereich verstärkte Anwendung finden. Dies wird vermutlich auch mit einer natürlichen Sprachsuche kombiniert werden, um so die Produktsuche zu verfeinern und um Kunden in einem vordefinierten Verkaufskanal zu halten, der ein Abdriften dieser Leads zu den Mitbewerbern verhindern kann. Ein Mitarbeiter eines Unternehmens für Klimatechnik könnte so zum Beispiel Schläuche und Ersatzteile vom Dach eines Hauses bestellen, oder ein LKW-Fahrer notwendige Ersatzteile per Sprache anfordern, noch während er unter dem Fahrgestell seines Trucks liegt. Das macht das Einkaufen um ein Vielfaches bequemer und einfacher. Zudem wird dabei auch das Konzept des Preisvergleichs oder der Suche nach dem günstigsten Anbieter umgangen, da der Verbraucher keine Webseiten mehr besuchen muss und so auch nicht auf Ihre Mitbewerber am Markt aufmerksam werden könnte.

Einkaufsszenarien im Bereich des browserlosen Handels können zu einem integralen Bestandteil des B2B-E-Commerce werden und damit den stetig steigenden Zahlen an Online-Einkäufen über das Internet genüge tun. Das ist jedoch nur ein Bereich, in dem der schnelle technologische Wandel Einfluss darauf hat, wie B2B-Unternehmen ihrem Geschäft nachgehen. Für die B2B-Produzenten und -Vertreiber ist es wichtig, sich diesen unvermeidbaren Änderungen nicht zwanghaft zu widersetzen, sondern sich Gedanken darüber zu machen, wie sie diese neuen Möglichkeiten zu ihrem Vorteil nutzen können, um dann in die entsprechende Technologie zu investieren.

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